Lesedauer: 12 Minuten

Bisher dachten wir immer, Klimawandel bedeutet, dass Gletscher schmelzen, Eisbären aussterben und die Sommer heißer werden. Dann riet uns ein Freund, uns genauer damit zu befassen. Wir studierten Bücher, Fachartikel und Expertenmeinungen zum Klimawandel und seinen Folgen für Deutschland und die Welt. Es war anders, als wir erwartet hatten: erschreckend, faszinierend, motivierend. Als wir anderen davon berichteten, stellten wir fest, dass wir keine Ausnahme waren: Den meisten Menschen ist nicht bewusst, welche existentiellen Folgen der Klimawandel für sie selbst und ihre Kinder haben wird.

Das wollen wir ändern. Unsere Initiative Pfad A will erreichen, dass jeder den Klimawandel versteht und eine bewusste Entscheidung treffen kann, wie es in Zukunft weitergehen soll. Dazu haben wir im Folgenden die wesentlichen Fakten zusammengefasst und zeigen, warum die nächsten zehn Jahre die spannendsten unseres Lebens werden.

Die Ursachen

Die überwältigende Mehrheit der Wissenschaftler ist sich einig, dass die Erderwärmung menschengemacht ist. Keine der alternativen Erklärungen, wie Vulkaneruptionen oder eine steigende Sonnenstrahlungsleistung, können die gemessene Temperaturerhöhung erklären und scheiden somit als Ursache aus. Der Klimawandel wird durch Treibhausgase in der Atmosphäre verursacht, vor allem CO2 aus fossilen Brennstoffen und Methan aus der Tierhaltung.
Quellen

Die Erde hat einen natürlichen CO2-Kreislauf: Bäume und Meere geben und nehmen CO2 kontinuierlich ab und auf. Dadurch war die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre in den letzten 10.000 Jahren konstant. Verglichen mit dem natürlichen Kreislauf beträgt der menschliche Ausstoß von Treibhausgasen nur 3% pro Jahr, die Natur kann aber selbst diese vermeintlich kleine, zusätzliche Menge nicht aufnehmen. Die Gesamtmenge der Treibhausgase in der Atmosphäre ist seit der Industrialisierung um 45% gestiegen.
Quellen

Das hat Folgen: CO2 und Methan wirken wie die Glasscheiben eines Treibhauses. Sie lassen kurzwellige Sonnenstrahlen passieren, die die Erde erwärmen. Die Erde kann die Wärme aber nicht mehr abgeben, da die langwellige Wärmestrahlung von den Treibhausgasen zum Teil nicht mehr herausgelassen wird. Je mehr Treibhausgase in der Atmosphäre sind, desto stärker ist der Effekt und desto stärker heizt sich die Erde auf. Jede zusätzliche Tonne CO2 in der Atmosphäre führt zu einer stärkeren Erderwärmung.
Quellen

Der Treibhauseffekt

Die Folgen

Der Klimawandel ist in vollem Gange. Die mittlere Jahrestemperatur ist seit Beginn der Industrialisierung um 1 Grad gestiegen. Die Geschwindigkeit der Erderwärmung nimmt dabei stetig zu. Die Hälfte des Temperaturanstiegs fand alleine in den letzten 30 Jahren statt. Waldbrände, Überschwemmungen und Ernteausfälle sind Vorboten von dem, was uns in den nächsten Jahren bevorsteht. Die durchschnittliche Jahrestemperatur wird in den nächsten 10 Jahren um weitere 0,5 Grad steigen – also insgesamt ein Plus von 1,5 Grad. Dies ist nicht mehr umkehrbar.
Quellen

Ab jetzt gibt es zwei mögliche Pfade, wie sich die Erderwärmung entwickeln kann: Pfad A oder Pfad B.

Pfad A

Das Ziel des Pariser Klima-Abkommens

Pfad A entspricht dem Ziel des Pariser Klima-Abkommens, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Auch diese scheinbar kleine Erwärmung hat weitreichende Folgen für das Leben in Deutschland:  Der Sommer 2018 in Deutschland war extrem heiß. Dieser Sommer entsprach exakt einer Erhöhung um 1,5 Grad. Dies wird in Zukunft der Normalfall sein, keine Ausnahme. Bereits im Jahr 2050 entspricht das Klima in München dem von Mailand heute. Spanien und Italien gleichen dann Marokko und Tunesien. Der Großteil der Wälder in Deutschland vertrocknet. Die alpinen Gletscher verschwinden bis 2050 zur Hälfte. Ernteausfälle nehmen zu. Flüsse sind dadurch häufig nicht befahrbar und der Wasserverbrauch muss regelmäßig eingeschränkt werden.
Quellen

Der Meeresspiegel steigt bis zum Jahr 2100 um circa 1 Meter an. Durch Gezeiten und Stürme potenziert sich die Wirkung des Meeresanstieges. Nicht nur Venedig, sondern Millionenstädte wie Hongkong oder Jakarta liegen am Ende des Jahrhunderts unter Wasser. 8 der 10 größten Städte der Welt liegen am Meer. Zusätzlich übersäuern die Ozeane, da sie mehr CO2 aufnehmen. Das beeinträchtigt den Fischfang. Als Folge von Überflutung, Dürre und Hungersnöten kommt es zu Flüchtlingsströmen und Konflikten auf allen Kontinenten.
Quellen

Die Erwärmung um 1,5 Grad ist nicht mehr aufzuhalten. Entscheidend ist, dass dieser Zustand stabil wäre. Würde es gelingen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, wäre es möglich, das Klimasystem stabil zu halten. Die Menschheit könnte sich unter hohen Kosten anpassen.
Quellen

Pfad B

Die Erde als Treibhaus

Anders sieht es aus, wenn die Temperatur um mehr als 1,5 Grad steigt. Das Klimasystem der Erde enthält sogenannte Kipp-Elemente. Beispiele hierfür sind die Eisschilde in Grönland und der Antarktis, der Golfstrom und die Permafrostböden. Werden dort gewisse Temperaturen überschritten, “kippen” diese Klimasysteme und verstärken die Erderwärmung. Dadurch lösen sie das Kippen weiterer Systeme aus und wie beim Domino fällt ein System nach dem anderen. Steigt die Temperatur über 1,5 Grad, besteht eine sehr hohe Gefahr, dass diese Kettenreaktion beginnt, die der Mensch nicht mehr aufhalten kann.
Quellen

Gehen beispielsweise die Eisschilde zurück, wird weniger Sonnenlicht vom weißen Eis reflektiert und die Erde erwärmt sich stärker. Dadurch schmelzen die Eisschilde noch schneller und die Erde wärmt sich noch schneller auf. Noch folgenreicher ist das Tauen der Permafrostböden. Dort schlummern zweimal soviel CO2 und Methan wie zur Zeit in der gesamten Atmosphäre vorhanden sind. Beginnen diese Böden zu tauen, werden enorme Mengen an Treibhausgasen freigesetzt und die Geschwindigkeit der Erderwärmung wird massiv zunehmen. Ist die Grenze der Kipp-Punkte einmal überschritten, kann der Mensch die Kettenreaktion nicht mehr aufhalten.
Quellen

Die Folge ist eine Erwärmung der Erde bis zu 6 Grad zum Ende des Jahrhunderts. Eine solche Erde lässt sich kaum vorstellen – die Folgen sind verheerend. In Deutschland veröden die Felder und Wälder. Trinkwasser muss rationiert werden. Tropische Krankheiten wie Dengue-Fieber oder Malaria breiten sich bei uns aus. Hinzu kommt ein Meeresspiegelanstieg um mehr als zwei Meter in manchen Regionen. Städte wie New York, Lissabon, Shanghai und ganze Länder wie Bangladesh, die Niederlande oder Florida versinken im Meer.
Quellen

Das steigende Meer versalzt das Grundwasser. Wüsten breiten sich mitten in Europa aus. Drei Viertel der Menschheit lebt heute in Gebieten in denen Ende des Jahrhunderts tödliche Hitze auftritt. Die weltweite Nahrungsmittelproduktion bricht ein. Die Lebensmittel reichen nur noch für den Bedarf von 50% der dann lebenden Menschen. Aufgrund der schwindenden Gletscher in Alpen und Himalaya steht Trinkwasser nur noch für die Hälfte der Menschheit zur Verfügung. Mehrere hundert Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Dürre und Überschwemmung. Nicht nur nach Europa sondern auch innerhalb Europas ziehen Millionen von Menschen von den Küsten und aus dem Süden gen Norden. Dies wird zu Unruhen und politischen Umwälzungen führen.
Quellen

Und die Erderwärmung hört nicht auf. Die Temperatur steigt weiter um bis zu 12 Grad, der Meeresspiegel erreicht eine Höhe von 66 Metern. Berlin steht dann 30 Meter unter Wasser. Diese Entwicklungen hat es bereits in der Erdgeschichte gegeben. Doch sie haben sich langsam über tausende von Jahren abgespielt. Eine so hohe Konzentration von CO2 in der Luft wie heute gab es seit 16 Millionen Jahren nicht mehr. Der Mensch hat diese Prozesse auf wenige Jahrzehnte komprimiert.
Quellen

Diese Geschwindigkeit lässt keine Zeit sich anzupassen. Einige Wissenschaftler, unter anderem vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung oder der Weltbank, bezweifeln, dass die menschliche Zivilisation auf Pfad B das Ende dieses Jahrhunderts überhaupt erreichen kann. Wenn über die Hälfte der Weltbevölkerung von Überschwemmungen, Hungersnöten und Trinkwassermangel betroffen ist, bricht die globale Wertschöpfungskette ein. Die ausbleibende Versorgung mit Nahrungsmitteln, Rohstoffen, Gütern und Treibstoff, gepaart mit Massen-Arbeitslosigkeit und Massen-Migration, führt zur Auflösung der öffentlichen Ordnung in Europa. Auch in Deutschland werden wenige Wochen ohne ausreichend Benzin, Strom und Lebensmittel lokale Unruhen auslösen und in Anarchie und Bürgerkrieg münden. Wer nicht verhungert, ertrinkt oder durch Konflikte oder Hitzetod stirbt, wird immer weiter in Richtung der Pole fliehen und dort ums Überleben kämpfen. Die Erde wird sich weiterdrehen, doch 90 Prozent aller Tierarten und die menschliche Zivilisation, wie wir sie heute kennen, werden nicht mehr existieren.
Quellen

Um dieses Budget einzuhalten, schlagen Wissenschaftler vor, dass alle Länder der Welt sofort schrittweise die Emissionen reduzieren und so schnell wie möglich klimaneutral werden. Klimaneutral bedeutet, dass weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als wieder entzogen werden können. Und Technologien zum Entziehen relevanter Mengen von CO2 aus der Atmosphäre sind keineswegs verfügbar. Momentan steigen die Treibhausgasemissionen jedes Jahr weiter an. Die Welt befindet sich auf Pfad B. Wenn alle Länder der Welt die Ziele einhielten, die sie sich selbst gesetzt haben, würde die Temperatur dennoch um 2,8 Grad steigen. Die Selbstverpflichtungen reichen nicht aus, um Pfad A zu erreichen. Nur zwei Länder (Marokko und Gambia) halten die Ziele des Pariser Klima-Abkommens ein. Auch Deutschland verfehlt seine selbstgesteckten Ziele.
Quellen

Eine Herausforderung für Deutschland

Zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes stammen aus Deutschland, obwohl in Deutschland nicht mal ein Prozent der Weltbevölkerung lebt. Doch selbst wenn Deutschland auf einen Schlag klimaneutral wäre, würde das vorerst den Klimawandel nicht stoppen. Um Pfad A zu erreichen, ist Deutschland darauf angewiesen, andere Länder zu motivieren. Das geschieht noch nicht. In der EU verursacht eine Person durchschnittlich neun Tonnen CO2 pro Jahr. In China oder Polen sind es acht Tonnen, in Spanien sieben Tonnen, in Indien nur zwei. Deutschland ist mit elf Tonnen pro Kopf alles andere als ein Vorbild oder Vorreiter. Welches Entwicklungsland wird seinen CO2-Ausstoß senken, wenn ein reiches und technologisch hoch entwickeltes Land wie Deutschland das Vielfache an CO2 verursacht und sich nicht bemüht, dies zu verringern? Nur wenn Deutschland sich anstrengt, werden andere es auch tun. 
Quellen

Ungeachtet dessen müssen alle Länder klimaneutral werden. Also auch Deutschland muss in wenigen Jahren die gesamte Energieerzeugung, Landwirtschaft, Verkehr und Industrieproduktion klimaneutral bewältigen. Der Klimawandel ist eine gesellschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Herausforderung. Deutschland hat die Ressourcen und die technischen Fähigkeiten dafür. Alternative Treibstoffe und Energien existieren und müssen jetzt weiterentwickelt werden, damit sie in kurzer Zeit die fossilen Brennstoffe komplett ersetzen können. Das stellt gleichzeitig eine große Chance für Deutschland dar: Diese Technologien können in die Welt verkauft werden, um den Klimawandel aufzuhalten und gleichzeitig Deutschlands Wohlstand als Exportweltmeister zu erhalten. Wenn Deutschland diese Entwicklung verpasst, wird entweder Pfad A unerreichbar, oder andere Länder übernehmen die Führung und diese Technologien und Arbeitsplätze werden im Ausland entstehen. Wenn Deutschland aber zeigt, dass Klimawandel technisch und wirtschaftlich möglich ist, werden andere folgen. 

Was Du tun kannst

Wir müssen keine Angst haben oder in Panik verfallen. Denn wir können noch handeln. Jeder kann in drei Schritten dafür sorgen, dass wir uns in Richtung Pfad A bewegen:

Schritt 1
Das eigene Verhalten anpassen

Nur fünf Prozent weniger CO2 pro Jahr reichen aus, um bis 2040 klimaneutral zu sein. Es geht nicht darum, sofort auf alles zu verzichten. Die letzten Prozent werden die schwierigsten sein, daher ist es ratsam, jetzt 20-30 Prozent einzusparen und dann mehr Zeit für größere Herausforderungen zu haben. Wenn jeder Deutsche nur eine Tonne CO2 pro Jahr spart, würde Deutschland seinen Ausstoß schon um 10% senken. Bei privaten Haushalten sind die Bereiche Wohnen (36%), Verkehr (27%) und Ernährung (12%) die größten Verursacher von Treibhausgasen.
Quellen

Du hast viele Möglichkeiten, Deine CO2-Bilanz zu verbessern: Zu Ökostrom wechseln (kann bis zu 0,7 Tonnen pro Person pro Jahr sparen), Heizung runterschalten (nachts, in Abwesenheit, etc.), Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel nutzen, beim Autokauf auf Wasserstoff oder Elektroantrieb umsteigen, auf Flugreisen verzichten (ein Hin- und Rückflug nach New York erzeugt 3,5 Tonnen CO2), mehr regionale und saisonale Güter kaufen (z.B.: Lebensmittel), Leitungswasser trinken, weniger Fleisch verzehren (spart 0,5 Tonnen CO2 pro Jahr), Mode Second Hand einkaufen.
Quellen

Wenn Du auf einen Flug oder etwas anderes nicht verzichten kannst, dann kannst Du die Treibhausgase auch erstmal kompensieren. Das ist zwar nicht das gleiche, denn den Schaden verursachst Du trotzdem, aber es ist besser als nichts zu tun. Kompensieren kannst Du beispielsweise bei den Stiftung Warentest-Siegern Atmosfair, Klima-Kollekte und PrimaKlima oder bei Flügen auch durch den Kauf von Alternativen Treibstoffen zum Beispiel bei CompensAid. Aber denke daran: Vermeiden ist die bessere Alternative.
Quellen

Im Grunde geht es darum, sich des eigenen CO2-Fußabdruckes bewusst zu werden und ihn schrittweise zu reduzieren. Dabei kannst Du auch darauf achten, wie die CO2-Bilanz der Unternehmen ist, von denen Du einkaufst – oder bei denen Du arbeitest. Auch im beruflichen Umfeld kannst Du viel sparen, z.B. bei Dienstreisen. Jedes Unternehmen kann für sich selbst festlegen, bis wann es klimaneutral sein wird und das auch von Zulieferern fordern.

Suche Dir als erstes heraus, was Dir am leichtesten fällt. Du musst nicht alles über Nacht umstellen. Jeder Schritt ist ein wichtiger Schritt.

Schritt 2
Die Politik fordern und Veränderungsbereitschaft signalisieren

Einen großen Schritt muss die Politik jetzt tun. Industrie, Landwirtschaft und Bürger brauchen klare Spielregeln und Anreize, um Reduzierung und Innovationen in Gang zu setzen. Dazu gehören Ausstiegsfristen, Subventionen und vor allem ein CO2-Preis. Die  Maßnahmen werden dazu führen, dass CO2-intensive Produkte erstmal teurer werden bis sie klimaneutral produziert werden können. Eine Auszahlung der Einnahmen eines CO2-Preises an alle Bürger kann das sozialverträglich abfedern. Die meisten einkommensschwächeren Haushalte würden dann sogar ein Plus machen.
Quellen

Dennoch gilt: Investitionen und Anpassungen werden nur geschehen, wenn die Anreize deutlich spürbar sind. Jeder Einzelne muss kompromissbereit sein und Anpassungen nicht nur akzeptieren sondern auch aktiv und lautstark von der Politik einfordern. Dränge Politiker zur parteiübergreifenden Zusammenarbeit. Die Politiker wissen was zu tun ist. Sie trauen sich nur nicht, weil sie keinen Rückhalt in der Bevölkerung spüren.

Das kannst Du ändern. Fordere Politiker auf, noch in diesem Jahr effektive und sozialverträgliche Gesetze zum Klimaschutz zu erlassen. Deine Stimme kann Politiker stärken, damit sie die richtigen Dinge tun. Du kannst das bei Demos machen, bei Wahlen, in sozialen Netzwerken, in Nachrichten an Politiker oder Du kannst selbst in der Politik oder einer Klimaschutzorganisation aktiv werden oder spenden. 

Schritt 3
Ein Vorbild sein und Informationen teilen

Wenn Menschen sich in einer unbekannten Situation befinden, versuchen sie aus der Beobachtung anderer Leute Hinweise auf ein sinnvolles Verhalten zu finden. Wenn aber auch die anderen nicht wissen, was zu tun ist oder zögern, entsteht “pluralistische Ignoranz”: Da klare Informationen über die Situation fehlen, ziehen die Menschen aus der Beobachtung der anderen die falschen Schlüsse und jeder einzelne passt sich dem passiven Verhalten der Menge an. Hinzu kommt die sogenannte “Verantwortungsdiffusion”: Bei so vielen Beteiligten soll erstmal ein anderer anfangen. Niemand möchte der Erste sein, der etwas unternimmt und Gefahr laufen, von den anderen kritisiert oder ausgenutzt zu werden.

Diese beiden Verhaltensmuster können in Notfallsituationen kritische Folgen haben und sie sind ein Grund dafür, dass  die Welt auf Pfad B verharrt. Um aus der Passivitätsfalle auszubrechen, müssen zwei Dinge geschehen: Zum einen müssen alle Beteiligten über die Situation und Lösungswege aufgeklärt werden, insbesondere weil viel bewusste und unbewusste Desinformation zum Klimawandel im Umlauf ist. Zum anderen müssen sich einzelne Mitglieder aus der Menge herauslösen und als Beispiel vorangehen.
Quellen

Beides ist einfacher als man denkt: Du brauchst nur mit anderen über den Klimawandel zu sprechen und erklären, was Du selbst weißt und tust. In der Familie, unter Freunden, auf sozialen Netzwerken und im öffentlichen Leben. Wenn Du etwas aus Schritt 1 oder 2 umsetzt, und sei es noch so klein, dann erzähle anderen davon. Jedes Kilo CO2, das Du sparst, verdoppelt und verdreifacht sich, wenn Du anderen davon erzählst. Trau Dich darüber zu reden, damit sich auch andere trauen. Poste es auf Facebook und Instagram und nutze den Hashtag #PfadA um Dich klar zu positionieren. Du musst niemanden bekehren, kritisieren oder überzeugen. Wenn jemand kritisch ist, kannst Du diesen Text hier nutzen, um einen Streit zu vermeiden. Sag einfach: “Ich schick Dir mal einen Text, der mir geholfen hat. Sag Bescheid, wenn Du ihn gelesen hast, Deine Meinung würde mich interessieren.” Du musst auch nicht perfekt sein. Im Gegenteil, perfekte Vorbilder schrecken eher ab. Es reicht, wenn Du von Deinen persönlichen Maßnahmen berichtest und Informationen wie diesen Artikel teilst. Durch diese Informationen und Dein Beispiel werden andere motiviert, die sonst zögern, weil die meisten nichts unternehmen.

Eine Entscheidung für Pfad A bedeutet also dreimal Ja zu sagen: Zu einem CO2-bewussten Lebensstil, zu effektiven CO2-Preisen und zu Deiner Rolle als Vorbild und Botschafter. Wer sich für Pfad A entscheidet, ist nicht allein sondern Teil einer Gemeinschaft, die informieren und verändern will.

Ein neues Zeitalter

Eine spannende Zeit steht bevor. Der Klimawandel ist in vollem Gange, die Welt wird schon in 20 Jahren nicht mehr aussehen wie heute. Durch zügiges Handeln können wir die Chancen nutzen und Pfad A verwirklichen: eine aufregende Zukunft mit neuen Technologien und nachhaltigem Wachstum. Wir müssen uns nur entscheiden. Du musst Dich entscheiden: Pfad A oder Pfad B.

Welchen Weg willst Du gehen?

Willkommen auf Pfad A!

Wir freuen uns, dass Du Dich für Pfad A entschieden hast. Gemeinsam können wir das schaffen! Lass uns starten.

Wie Du weißt, ist das Wichtigste, dass alle über den Klimawandel informiert sind. Mit Deiner Hilfe kann das gelingen. Schicke diesen Artikel an so viele Menschen wie möglich: Freunde, Familie, Kollegen, Vereinsmitglieder, Nachbarn. In WhatsApp-Gruppen, per E-Mail oder auf Social Media:

Wir wollen informieren und etwas bewegen. Wenn Du das auch willst, dann werde Teil der Pfad A Community. Wir freuen uns, dass schon 1126 Leute dabei sind, denn jede Stimme zählt!


Weiterführende Informationen

CO2-Preis erklärt

Links und Videos zum Thema Klimawandel

Organisationen, bei denen Du Dich engagieren kannst

Sehenswertes Video (4 Min.) von ZEIT Online mit Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

Schade. Aber interessant!

Woran hat es gelegen? Brauchst Du noch mehr Informationen? Wir haben hier eine Reihe von interessanten Artikeln und Videos zusammengestellt, mit denen Du Dich weiter informieren kannst: Links und Videos zum Thema Klimawandel

Wenn Du Fragen hast, dann schreibe uns gerne an! Hier kannst Du uns kontaktieren: Kontaktformular

Oder schaue Dir dieses kurze Video von einem der führenden Klimaforscher an: